Usability von Bibliotheks-Websites: Die neue Website der Hochschul- und Landesbibliothek RheinMain

Abbildung 1: Screenshot der Website hs-rm.de/hlb (Quelle: HLB und Adobe Stock)

Gute Usability von Websites trägt maßgeblich zu einem zufriedenen digitalen Besuch von Nutzenden bei. Seit Mai 2025 verfügt die Hochschul- und Landesbibliothek RheinMain aus Wiesbaden über eine neue Website. Der Prozess der Umgestaltung war lang und es gab ein großes Ziel: Die Bedürfnisse der Zielgruppen identifizieren und die Usability der HLB Website auf das nächste Level heben!

Digital unterwegs seit mindestens 1999, verfügt die Hochschul- und Landesbibliothek (HLB) (damals nur “Landesbibliothek”) über eine kontinuierliche digitale Präsenz. Mal mehr, mal weniger gut sah es da mit der Usability aus. Die letzte Neugestaltung der Website erblickte 2013 das Licht der Welt und es war langsam an der Zeit, dass die Website sich nicht mehr lediglich als ein Werkzeug der Bibliotheksmitarbeitenden darstellte, sondern die Nutzenden und ihre Bedürfnisse in den Fokus rückte. Denn es gilt: die richtige Information auf schnellstem Weg in verständlicher und vollständiger Form zu präsentieren.

Aufbauend auf einer ersten Befragung, die vor der Veröffentlichung stattfand, sollte diesmal mithilfe von der Thinking-Aloud-Methode erneut Usability-Probleme identifiziert und mit dem System Usability Score ein Gesamteindruck der Website widergespiegelt werden. Eine zusätzliche Betrachtung der Statistik offenbarte dann weitere Fakten. Ziel dieses Projektes war mithilfe der Test-Methoden herauszufinden, ob auch im Vergleich zur alten Website eine Verbesserung der Usability stattgefunden hat. Nutzende sollten die Website ohne weitere technische oder instruktionelle Hilfe selbständig nutzen können. Ebenso wurden die Navigation und die Neuordnung und -strukturierung unter die Lupe genommen. Passte alles? Gab es Probleme?

Relativ schnell wurden die ersten Hürden identifiziert: Einige Begriffe waren falsch gewählt und missverständlich. Eines der größten digitalen Angebote der HLB trägt einen komplizierten Namen und ist schwer zu finden. Die Statistik zeigte zwar fast doppelt so viele Besuche wie im Jahr zuvor, jedoch verweilten die Leute länger auf den Seiten (was ein Hinweis auf Orientierungsschwierigkeiten sein kann) oder brachen ihren Besuch abrupt ab.

Was können andere Bibliotheken daraus lernen?

    • A–Z-Verzeichnisse: Eine alphabetische Übersicht mit Schlag- und Stichworten, die direkt zu den passenden Stellen führt, ist eine einfache, aber effektive Lösung. Wer auf der Startseite nicht sofort findet, was er sucht, wird so schnell ans Ziel gebracht.
    • Klare Begriffe: Fachbezeichnungen wie „Katalog“ oder „Digitalisat“ sind für viele nicht selbsterklärend. Bessere Terminologie macht Inhalte zugänglicher und verhindert Frust.
    • Klare Struktur: Gute Positionierung innerhalb der Seitenstruktur hilft auch denjenigen, die ohne festes Ziel auf die Website kommen und lieber “entdecken” wollen.

Aber eins ist klar: Usability ist ein bleibendes Thema und macht eine kontinuierliche Überprüfung und Anpassung der Website notwendig. Denn am Ende ist es mehr als Technik: Es geht darum, den digitalen Besuch zu einem positiven Erlebnis zu machen – heute, morgen und in Zukunft.

 

Projektzeitraum: April 2025 – August 2025
Projektbetreuer*in: Prof. Dr. Simone Fühles-Ubach

DOI: https://doi.org/10.59350/snvnk-c8a16

Dieser Artikel steht unter der Lizenz CC BY.

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