Optimierung der Inhaltserschließung: Anreicherung des Bestands „Kunsthandwerk“ der Bibliothek des IGdJ mit Vokabular der GND

Abbildung 1: Im Zuge des Projektes bearbeitete Publikationen aus dem Bestand der Bibliothek des IGdJ (Quelle: Chantal Maria Reißel | Bibliothek des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden)

Bibliothekskataloge sind für die Forschung unverzichtbare Werkzeuge. Doch ihre Qualität hängt maßgeblich davon ab, wie gut die Bestände inhaltlich erschlossen sind. Hier setzt das Praxisprojekt an, das in Kooperation mit der Bibliothek des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden (IGdJ) in Hamburg durchgeführt wurde. Ziel war die Verbesserung der verbalen Inhaltserschließung von Publikationen zum Themengebiet „Kunsthandwerk“ durch die Anreicherung der Katalogisate mit den normierten Begriffen der Gemeinsamen Normdatei (GND).

Eine erste Suche im Hamburger OPAC mit dem Schlagwort „Kunsthandwerk“ ergab für die Bibliothek des IGdJ lediglich 41 Titel. Dies ließ vermuten, dass weitere einschlägige Publikationen zwar vorhanden, aber nicht oder nur unzureichend mit Schlagwörtern versehen waren. Um diese Titel sichtbar und recherchierbar zu machen, erschien eine gezielte Anreicherung mit GND-Vokabular wünschenswert.

Hierfür mussten zunächst jene Katalogisate gefunden werden, deren inhaltliche Erschließung bislang nur in geringer Tiefe vorlag oder gar nicht vorhanden war, was insbesondere auf Publikationen mit älterem Erscheinungsdatum zutraf. Die gewählte Methodik – die systematische Durchsicht sämtlicher Titel der Signaturengruppe „K“ (Kunst, Kulturwissenschaft) mit einem Erscheinungsdatum vor dem Jahr 2000 im OPAC Katalogplus – erwies sich als zielführend, wenn auch zeitaufwendig. Von den 1011 Titeln konnten 118 Titel als relevant für die Überarbeitung der Inhaltserschließung identifiziert werden. Diese erfolgte in der Bibliotheksdatenbank K10plus an einem Arbeitsplatz in der Bibliothek des IGdJ.

Abbildung 2: Arbeit im K10plus am Arbeitsplatz in der Bibliothek des IGdJ (Quelle: Chantal Maria Reißel | Bibliothek des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden)

Da drei Publikationen für eine Einsicht vor Ort nicht verfügbar waren, wurden schließlich 115 Datensätze im K10plus bearbeitet – darunter 15 „Beifang“-Titel ohne direkten Bezug zum Kunsthandwerk. Letztlich wurden also 100 Titel mit inhaltlichem Bezug zum ‚Kunsthandwerk‘ mit GND-Vokabular angereichert.

Abbildung 3: Exemplarischer Titeldatensatz im Katalogplus vor der Überarbeitung (Quelle: Chantal Maria Reißel)
Abbildung 4: Exemplarischer Titeldatensatz im Katalogplus nach der Überarbeitung (Quelle: Chantal Maria Reißel)

Das Vorgehen bei der Schlagwortvergabe sowie eine Auswahl relevanter GND-Begriffe wurden in einem Dokument zusammengetragen, das der Bibliothek nach Bedarf künftig als Orientierungshilfe bei der Sacherschließung von Publikationen mit Bezug zum Kunsthandwerk dienen kann. Das Praxisprojekt konnte letztlich eine deutliche Verbesserung der Sichtbarkeit und wissenschaftlichen Nutzbarkeit des Bestandsbereichs „Kunsthandwerk“ im OPAC erreichen und zeigt damit exemplarisch das Potential systematischer Inhaltserschließung in Spezialbibliotheken.

 

Projektzeitraum: März 2025 – August 2025
Projektbetreuer*in: Prof. Dr. Simone Fühles-Ubach
Projektpartner: Bibliothek des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden (IGdJ), Hamburg (Dipl.-Bibl. Susanne Küther)

Dieser Artikel steht unter der Lizenz CC BY.

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