{"id":2470,"date":"2026-05-15T17:05:07","date_gmt":"2026-05-15T17:05:07","guid":{"rendered":"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/?p=2470"},"modified":"2026-05-15T17:59:36","modified_gmt":"2026-05-15T17:59:36","slug":"wissensplattform-statt-handbuch-organisationshandbuecher-als-lebendiges-wissensinstrument-neu-gedacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wissensplattform-statt-handbuch-organisationshandbuecher-als-lebendiges-wissensinstrument-neu-gedacht\/","title":{"rendered":"Wissensplattform statt Handbuch: Organisationshandb\u00fccher als lebendiges Wissensinstrument neu gedacht"},"content":{"rendered":"<figure style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/i.ibb.co\/7dy89Wy4\/Roden-Stute-Bild.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"1536\" \/><figcaption class=\"wp-caption-text\">Abbildung 1: Titelbild (Quelle: ChatGPT, Version vom 10. August 2025, OpenAI, erstellt von Bettina Roden, <a href=\"http:\/\/chatgpt.com\">chatgpt.com<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie gelingt es, Wissen in hochspezialisierten Organisationen langfristig zu sichern und zugleich im Alltag nutzbar zu machen? Mit dieser Frage besch\u00e4ftigte sich ein Praxisprojekt im Masterstudiengang Bibliotheks- und Informationswissenschaft (MALIS) an der TH K\u00f6ln. Im Fokus standen die Organisationshandb\u00fccher (OrgHandb\u00fccher) der Spezialbibliotheken der Bundeswehr \u2013 ein traditionell etabliertes, in der Praxis jedoch zunehmend vernachl\u00e4ssigtes Instrument.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ausgangslage: Ein Werkzeug verliert an Relevanz<\/strong><br \/>\nSeit Mitte der 1990er-Jahre sind OrgHandb\u00fccher f\u00fcr alle Spezialbibliotheken der Bundeswehr verpflichtend. Sie sollen Prozesse dokumentieren, Zust\u00e4ndigkeiten kl\u00e4ren und Erfahrungswissen sichern. Doch viele Handb\u00fccher waren seit Jahren nicht mehr aktualisiert, der Zugriff gestaltete sich schwierig und kollaboratives Arbeiten war nicht vorgesehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Stattdessen wichen Bibliotheken auf eigene L\u00f6sungen wie SharePoint oder Wikis aus. Das Ergebnis: eine fragmentierte Wissenslandschaft \u2013 mit dem Risiko, dass wertvolles Erfahrungswissen durch Personalwechsel verloren geht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Methodisches Vorgehen: Datenbasis schaffen<\/strong><br \/>\nUm die tats\u00e4chliche Nutzung der OrgHandb\u00fccher zu erfassen, setzte das Projekt auf einen Methodenmix:<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>Trendumfrage bei der Jahrestagung der Spezialbibliotheken<\/li>\n<li>Online-Befragung aller Mitarbeitenden<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die R\u00fccklaufquote lag bei \u00fcber 70 % \u2013 ein starkes Signal f\u00fcr das Interesse am Thema. Die Ergebnisse waren jedoch ern\u00fcchternd: Zwei Drittel der Befragten nutzten das OrgHandbuch \u00fcberhaupt nicht. Gr\u00fcnde waren fehlende Einweisung, veraltete Inhalte und eine un\u00fcbersichtliche Struktur. Wenn es genutzt wurde, diente es vor allem als Leitfaden oder beim Onboarding neuer Kolleginnen und Kollegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>L\u00f6sung: Ein digitales OrgHandbuch in Confluence<\/strong><br \/>\nAuf Basis dieser Erkenntnisse entwickelte das Projekt ein exemplarisches OrgHandbuch in Confluence, der Wiki-Plattform der Bundeswehr.<\/p>\n<p>Die wichtigsten Merkmale:<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>Hierarchische Struktur mit Startseite und Unterseiten f\u00fcr jede Bibliothek<\/li>\n<li>Flexible Rechteverwaltung (offen, read-only, geschlossen)<\/li>\n<li>Kollaboratives Arbeiten mit gemeinsamer Bearbeitung und Kommentarfunktion<\/li>\n<li>Visuelle Navigation \u00fcber Themenkacheln<\/li>\n<li>Schulungsangebote f\u00fcr Einf\u00fchrung und Nutzung<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit wird das OrgHandbuch von einem statischen Dokument zu einem lebendigen, kollaborativen Wissensinstrument weiterentwickelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ausblick: Verstetigung als Schl\u00fcssel<\/strong><br \/>\nDie technische Umsetzung war ein erster Schritt \u2013 entscheidend wird die kontinuierliche Pflege und Integration in den Arbeitsalltag. Nur so kann das OrgHandbuch langfristig Akzeptanz finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dar\u00fcber hinaus zeigt das Projekt: Moderne Wissensmanagement-Ans\u00e4tze lassen sich auch in hochstrukturierten Organisationen wie der Bundeswehr erfolgreich einf\u00fchren. Die \u00dcbertragung auf andere Institutionen liegt nahe \u2013 \u00fcberall dort, wo Wissen nicht an Personen gebunden bleiben darf, sondern institutionell gesichert werden muss.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fazit<\/strong><br \/>\nDas MALIS-Praxisprojekt verbindet wissenschaftliche Analyse mit praxisnaher Umsetzung und zeigt:<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ul>\n<li>Wissensmanagement erfordert zeitgem\u00e4\u00dfe, nutzerorientierte Werkzeuge.<\/li>\n<li>Kollaboration und Transparenz sind entscheidende Erfolgsfaktoren.<\/li>\n<li>Organisationshandb\u00fccher k\u00f6nnen weit mehr sein als Archivdokumente \u2013 wenn sie als lebendige Wissensplattform gedacht und gepflegt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Projektzeitraum: Februar 2025 \u2013 August 2025<br \/>\nProjektbetreuer*in: Prof. Dr. Simone F\u00fchles-Ubach<\/p>\n<p>DOI: <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.59350\/q5sft-0wj68\">https:\/\/doi.org\/10.59350\/q5sft-0wj68<\/a><\/p>\n<p>Dieser Artikel steht unter der Lizenz <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/4.0\/\">CC BY<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie gelingt es, Wissen in hochspezialisierten Organisationen langfristig zu sichern und zugleich im Alltag nutzbar zu machen? 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