{"id":2190,"date":"2025-07-30T16:09:40","date_gmt":"2025-07-30T16:09:40","guid":{"rendered":"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/?p=2190"},"modified":"2025-12-19T10:40:21","modified_gmt":"2025-12-19T10:40:21","slug":"achtung-index-deutschsprachige-theologische-literatur-des-index-librorum-prohi-bitorum-in-der-erzbischoeflichen-dioezesan-und-dombibliothek-koeln-eine-bestandsaufnahme-mit-ueberlegungen-zu-ihrer-n","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/achtung-index-deutschsprachige-theologische-literatur-des-index-librorum-prohi-bitorum-in-der-erzbischoeflichen-dioezesan-und-dombibliothek-koeln-eine-bestandsaufnahme-mit-ueberlegungen-zu-ihrer-n\/","title":{"rendered":"Achtung: Index! Deutschsprachige theologische Literatur des Index librorum prohibitorum in der Erzbisch\u00f6flichen Di\u00f6zesan- und Dombibliothek K\u00f6ln. Eine Bestandsaufnahme mit \u00dcberlegungen zu ihrer Nachnutzung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><strong>von Benjamin Heu<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_2191\" aria-describedby=\"caption-attachment-2191\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/heu_bild1.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2191\" src=\"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/heu_bild1-300x191.jpeg\" alt=\"\" width=\"660\" height=\"421\" srcset=\"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/heu_bild1-300x191.jpeg 300w, https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/heu_bild1.jpeg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2191\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 1: Schmutztitel von Karl Pelz: Der Christ als Christus, mit Hinweis \u201eAchtung: Index!\u201c (Quelle: Benjamin Heu | Erzbisch\u00f6fliche Di\u00f6zesan- und Dombibliothek K\u00f6ln)<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Untersuchungen zur Rezeptionsgeschichte des ber\u00fchmten <em>Index librorum prohibitorum<\/em>, dem Verzeichnis der durch die Katholische Kirche verbotenen B\u00fccher, gibt es kaum. Ein Schritt zur Erforschung der Rezeption an kirchlichen Bibliotheken wurde im Rahmen eines mehrmonatigen MALIS-Projektes unternommen. \u00a0<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<figure id=\"attachment_2192\" aria-describedby=\"caption-attachment-2192\" style=\"width: 196px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/heu_bild2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2192 size-full\" src=\"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/heu_bild2.jpg\" alt=\"\" width=\"196\" height=\"112\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2192\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 2: Titelblatt von Otto Karrer: Gebet, Vorsehung, Wunder, mit radiertem Hinweis \u201eIndex! (Oss. Rom.)\u201c (Quelle: Benjamin Heu | Erzbisch\u00f6fliche Di\u00f6zesan- und Dombibliothek K\u00f6ln)<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Woher wussten Nutzende oder Bibliotheksmitarbeitende, dass ein Buch indiziert ist? Durch eine Recherche im Zettelkatalog oder einen Bucheintrag? Und welche indizierte Literatur wurde \u00fcberhaupt in der jeweiligen Sammlung vorgehalten?Wie das an dieser Stelle herangezogene Beispiel der K\u00f6lner Di\u00f6zesan- und Dombibliothek zeigt, ist eine Beantwortung dieser Fragen komplexer als gedacht. F\u00fcr das Projekt wurden daher mehrere Einschr\u00e4nkungen vorgenommen und folgende Leitfragen formuliert: Welche deutschsprachigen theologischen Werke finden sich in zeitgen\u00f6ssischen Ausgaben bis zur Aufhebung des Index 1966 im Bestand der K\u00f6lner Di\u00f6zesan- und Dombibliothek? L\u00e4sst sich rekonstruieren, wann und in welcher Form sie Teil des Bibliotheksbestandes wurden? Wird auf die Indizierung der jeweiligen Werke hingewiesen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bestandssichtung erfolgte in mehreren Stufen und ihre Ergebnisse wurden hinsichtlich ihrer Besonderheiten tabellarisch erfasst. Anhand einer modernen Edition konnte zun\u00e4chst eine Liste der in Frage kommenden Titel erstellt werden. Diese wurden anschlie\u00dfend im OPAC der Bibliothek und im Zettelkatalog recherchiert. Von diesen Werken konnten danach im Bestand der Bibliothek alle bis 1966 erschienenen Ausgaben und Auflagen identifiziert werden. Mit der erg\u00e4nzten Werkliste wurde schlie\u00dflich eine Autopsie der einzelnen Exemplare vorgenommen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2193\" aria-describedby=\"caption-attachment-2193\" style=\"width: 320px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/heu_bild3.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2193 size-full\" src=\"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/heu_bild3.jpeg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"187\" srcset=\"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/heu_bild3.jpeg 320w, https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/heu_bild3-300x175.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2193\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 3: Katalogkarte zu Anton Vogrinec: Nostra maxima culpa! (2. Auflage), mit Hinweis \u201eIndex!\u201c unten links (Quelle: Benjamin Heu | Erzbisch\u00f6fliche Di\u00f6zesan- und Dombibliothek K\u00f6ln)<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenig \u00fcberraschend fanden sich viele indizierte Werke in unterschiedlichen Ausgaben im Bestand der Di\u00f6zesan- und Dombibliothek. Von den 274 deutschsprachigen, theologischen oder theologienahen Werken des Index konnten 122 Titel in 184 Exemplaren nachgewiesen werden. Hinsichtlich des Bearbeitungszeitraums der B\u00fccher und ihrer Katalogisierung konnte bei aller Unsch\u00e4rfe zumindest nachgewiesen werden, dass knapp 72 Prozent dieser 184 B\u00fccher bis 1966 eingearbeitet wurden. F\u00fcr rund 42 Prozent konnte eine Geschenk-Akquisition oder eine andere Provenienz festgestellt werden. Nach 1966 sind jedoch offenbar nur noch 41 der B\u00fccher bearbeitet worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angesichts dieser Menge an \u201everbotener\u201c Literatur war das dritte Projektergebnis dagegen sehr verbl\u00fcffend: Nur bei f\u00fcnf Werken \u2013 die zudem alle im 20. Jahrhundert verboten wurden \u2013 konnte ein Hinweis auf ihr Verbot im Buch oder auf der Katalogkarte gefunden werden, davon in einem Exemplar mutma\u00dflich nicht durch die Bibliothek selbst!<\/p>\n<figure id=\"attachment_2194\" aria-describedby=\"caption-attachment-2194\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/heu_bild4.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2194 size-medium\" src=\"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/heu_bild4-300x66.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"66\" srcset=\"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/heu_bild4-300x66.jpeg 300w, https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/heu_bild4.jpeg 320w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2194\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 4: Titelblattr\u00fcckseite von Nivard Schl\u00f6gl: Die heiligen Schriften des Neuen Bundes, mit Hinweis \u201eauf den Index libr. prohib. gesetzt am 16. Nov. [undeutlich] 16.I.22&#8243; Hinweis wahrscheinlich von Alfred Wikenhauser (Quelle: Benjamin Heu | Erzbisch\u00f6fliche Di\u00f6zesan- und Dombibliothek K\u00f6ln)<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr eine Nachnutzung dieser Ergebnisse sind verschiedene Formate denkbar, die im Rahmen des Projektes jedoch nicht mehr explizit aufgegriffen werden konnten. Exemplarisch seien eine Ausstellung und eine Unterseite der Homepage analog zu den Sondersammlungen genannt. Die Untersuchungen m\u00fcssten zun\u00e4chst aber in mehrere Richtungen erweitert werden \u2013 unter Ber\u00fccksichtigung nicht nur der deutschsprachigen Titel, sondern auch weiterer Quellen, etwa des Di\u00f6zesanarchivs und der Praxis anderer Bibliotheken. F\u00fcr K\u00f6ln jedenfalls legt das Projektergebnis nahe, dass man es mit der Identifizierung und Kenntlichmachung verbotener Werke nicht so genau genommen zu haben scheint.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Projektzeitraum: M\u00e4rz 2024 \u2013 August 2024<br \/>\nProjektbetreuer*in: Prof. Dr. Siegfried Schmidt<br \/>\nKontakt: benjamin.heu@erzbistum-koeln.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Benjamin Heu Untersuchungen zur Rezeptionsgeschichte des ber\u00fchmten Index librorum prohibitorum, dem Verzeichnis der durch die Katholische Kirche verbotenen B\u00fccher, gibt es kaum. 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