{"id":172,"date":"2015-07-06T15:02:32","date_gmt":"2015-07-06T15:02:32","guid":{"rendered":"http:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/?p=172"},"modified":"2016-03-08T20:50:08","modified_gmt":"2016-03-08T20:50:08","slug":"petra-maier-die-erstellung-eines-tei-metadatenschemas-fuer-die-auszeichnung-von-texten-des-klassischen-maya","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/petra-maier-die-erstellung-eines-tei-metadatenschemas-fuer-die-auszeichnung-von-texten-des-klassischen-maya\/","title":{"rendered":"Ein Metadatenschema f\u00fcr Texte des Klassischen Maya"},"content":{"rendered":"<h4>von Petra Maier<\/h4>\n<figure id=\"attachment_181\" aria-describedby=\"caption-attachment-181\" style=\"width: 347px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/malisprojekte.web.fh-koeln.de\/wordpress\/petra-maier-die-erstellung-eines-tei-metadatenschemas-fuer-die-auszeichnung-von-texten-des-klassischen-maya\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-181\" src=\"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Detaille_del_C\u00f3dice_de_Dresden_dibujado_por_Lacambalam-300x231.jpg\" alt=\"Detail des Dresdener Maya Codex, gezeichnet von Lacambalam\" width=\"347\" height=\"267\" srcset=\"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Detaille_del_C\u00f3dice_de_Dresden_dibujado_por_Lacambalam-300x231.jpg 300w, https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Detaille_del_C\u00f3dice_de_Dresden_dibujado_por_Lacambalam-619x477.jpg 619w, https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Detaille_del_C\u00f3dice_de_Dresden_dibujado_por_Lacambalam.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 347px) 100vw, 347px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-181\" class=\"wp-caption-text\">Detail des Dresdener Maya Codex, gezeichnet von Lacambalam (Quelle: Wikimedia commons)<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Projekt \u201aTextdatenbank und W\u00f6rterbuch des Klassischen Maya\u2018 (TWKM) will alle \u00fcberlieferten Inschriftentr\u00e4ger des Klassischen Maya, d. h. aus der Zeit vor der Eroberung durch die Spanier um 1500 n. Chr., vollst\u00e4ndig entziffern und mittels eines Metadatenkonzepts dokumentieren.\u00a0 Auf dieser Datengrundlage soll die systematische Analyse der Struktur der Sprache und des Schriftsystems des Klassischen Maya erfolgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Projekt, das im Januar 2014\u00a0an der Universit\u00e4t Bonn startete und durch die Nordrhein-Westf\u00e4lische Akademie der Wissenschaften und K\u00fcnste gef\u00f6rderte wurde, erfolgte in Kooperation mit der Nieders\u00e4chsischen Staats- und Universit\u00e4tsbibliothek G\u00f6ttingen, welche die technische Umsetzung in der Virtuellen Forschungsumgebung TextGrid betreute. Das Projektteam setzte sich aus Fachwissenschaftlern f\u00fcr Altamerikanistik der Universit\u00e4t Bonn sowie aus Informationswissenschaftlern, die f\u00fcr die technische Infrastruktur zust\u00e4ndig waren, zusammen; die Kommunikation erfolgte in der Regel durch regelm\u00e4\u00dfige Projekttreffen, Telefonate und \u00fcber ein Projekt-Wiki.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Rahmen eines Praxisprojekts des MALIS-Studiengangs der FH K\u00f6ln im Sommersemester 2014 wurde unter der Betreuung von Prof. Dr. Heike Neuroth f\u00fcr das TWKM-Projekt ein Metadatenschema f\u00fcr die Erfassung der Maya-Texte erstellt, das in das Gesamtmetadatenkonzept eingebunden ist. Wie im Projektantrag festgelegt wurde hierf\u00fcr die Auszeichnungssprache der Text Encoding Initiative (TEI) verwendet. Dieses Metadatenschema diente als Grundlage, die im weiteren Verlauf des TWKM-Projektes erg\u00e4nzt und angepasst wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">TEI wird in zahlreichen geisteswissenschaftlichen Projekten f\u00fcr die digitale Erschlie\u00dfung von Texten eingesetzt und hat sich als Standard etabliert. Das Format zeichnet sich durch eine hohe Flexibilit\u00e4t aus, die eine Anpassung an projektspezifische Anforderungen erm\u00f6glicht. Da TEI eine gro\u00dfe Anzahl an Elementen anbietet, m\u00fcssen f\u00fcr die Erfassung der Inschriftentexte die relevanten Elemente ausgew\u00e4hlt werden. Speziell f\u00fcr die strukturierte Erfassung epigrafischen Quellmaterials wurden aus den TEI-Richtlinien die sogenannten EpiDoc-Empfehlungen erarbeitet. F\u00fcr das Metadatenschema wurden sowohl Richtlinien der TEI als auch von EpiDoc herangezogen. Die Richtlinien beider Gemeinschaften sind nach bestimmten Themenfeldern untergliedert: TEI \u00fcberwiegend nach Textgattungen, EpiDoc nach epigrafischen Quellmaterial bzw. Objekten. F\u00fcr einen ersten \u00dcberblick \u00fcber die Elemente wurden hierin die Einzelbereiche identifiziert, die f\u00fcr die Erfassung der Maya-Inschriften infrage kommen k\u00f6nnten. Dadurch wurde eine \u00fcberschaubare Auswahl an Elementen f\u00fcr die Einarbeitung in das TEI-Format getroffen. Im n\u00e4chsten Schritt wurden die Anforderungen der Wissenschaftler formuliert, die sich aus den Zielen des TWKM-Projektes und in den Gespr\u00e4chen ergaben. Anhand zur Verf\u00fcgung gestellter Inschriftenbeispiele erfolgte der Entwurf eines Schemas, das die Anforderungen der Wissenschaftler erf\u00fcllte.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Auch wenn TEI in vielen Projekten der sogenannten \u201aDigital Humanities\u2018 eingesetzt wird, stellen die Maya-Inschriften eine sehr spezielle Schriftform dar: Die Hieroglyphen selbst bestehen aus verschiedenen Schriftzeichen, den Logogrammen und den Silbenzeichen (vgl. Abb. 1).<\/p>\n<figure id=\"attachment_227\" aria-describedby=\"caption-attachment-227\" style=\"width: 237px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/sven-gronemeyer.de\/research\/schrift.html#2.1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-227\" src=\"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Abb1_zusammen.jpg\" alt=\"Abb. 1: Logogramm \u201abalam\u2018 (Jaguar) und die syllabische Schreibweise (aus: Sven Gronemeyer: Das Schriftsystem der Maya).\" width=\"237\" height=\"72\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-227\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 1: Logogramm \u201abalam\u2018 (Jaguar) und die syllabische Schreibweise<br \/> (Quelle: Sven Gronemeyer: Das Schriftsystem der Maya)<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Formen der Inschriften variieren stark. Da die genaue Position und Anordnung der einzelnen Zeichen f\u00fcr die systematische Erforschung der Maya-Sprache sehr wichtig sind, ist eine sorgf\u00e4ltige und umfassende Auszeichnung der Inschrift durch TEI notwendig. Um L\u00f6sungen f\u00fcr die Umsetzung dieser Anspr\u00fcche zu finden, konnten oftmals f\u00fcr das TEI-Metadatenschema des TWKM-Projekts die Beispiele und Ans\u00e4tze von EpiDoc genutzt werden; insbesondere in den Bereichen, in denen die TEI-Richtlinien nicht f\u00fcr die Beschreibung von Inschriften ausreichen oder die Attribute keine tiefe Spezifizierung zulassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr die Erarbeitung des Metadatenschemas wurden die Texte in verschiedene Abschnitte gegliedert. Zun\u00e4chst wurde das Gesamtobjekt betrachtet: Auf welcher Seite, an welcher Stelle befinden sich die Inschriftentexte?<\/p>\n<figure id=\"attachment_224\" aria-describedby=\"caption-attachment-224\" style=\"width: 201px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Stele_Yaxchilan.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-224 size-medium\" src=\"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Stele_Yaxchilan-201x300.jpg\" alt=\"Unlabled stele in the Grand Plaza of Yaxchilan, Chiapas, Mexico\" width=\"201\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Stele_Yaxchilan-201x300.jpg 201w, https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Stele_Yaxchilan.jpg 401w\" sizes=\"auto, (max-width: 201px) 100vw, 201px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-224\" class=\"wp-caption-text\">Unlabled stele in the Grand Plaza of Yaxchilan, Chiapas, Mexico (Quelle: Wikimedia commons)<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anschlie\u00dfend wurde der Text einer Objektseite beschrieben (<em>inscription<\/em>), um zu den einzelnen Textabschnitten und deren Struktur \u00fcberzugehen (<em>textDivision<\/em>). Darauf folgend wurden die einzelnen Hieroglyphenbl\u00f6cke (block) mittels der Metadaten dar\u00adgestellt und abschlie\u00dfend die einzelnen Zeichen (<em>sign<\/em>), die einen Hieroglyphenblock bilden (vgl. Abb. 2).<\/p>\n<figure id=\"attachment_211\" aria-describedby=\"caption-attachment-211\" style=\"width: 198px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/TEI_Datensatz_mitRand1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-211\" src=\"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/TEI_Datensatz_mitRand1-198x300.jpg\" alt=\"Abb. 2: Beispiel eines TEI-Datensatzes\" width=\"198\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/TEI_Datensatz_mitRand1-198x300.jpg 198w, https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/TEI_Datensatz_mitRand1.jpg 468w\" sizes=\"auto, (max-width: 198px) 100vw, 198px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-211\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 2: Beispiel eines TEI-Datensatzes<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Farbige Bereiche, gr\u00f6\u00dfer dargestellte Hieroglyphenbl\u00f6cke sowie Abbildungen mussten ebenfalls ausgezeichnet werden k\u00f6nnen. Alle Textvarianten und Erscheinungsformen mussten ber\u00fccksichtigt werden. In der Erarbeitung der Datengrundlagen ergaben sich einige Problemstellen, wie etwa die Darstellung der Datumsangaben oder die Umsetzung nicht fertiggestellter Hieroglyphen, f\u00fcr die zum Abschluss des Teilprojekts noch keine L\u00f6sungen erarbeitet wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um die Anforderungen der Forschung erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen, war der regelm\u00e4\u00dfige Austausch mit den Fachwissenschaftlern die wichtigste Grundlage f\u00fcr die Erstellung eines solchen Metadatenkonzepts. In der engen Zusammenarbeit wurden fr\u00fchzeitig Probleme er\u00f6rtert und dadurch notwendige Anpassungen umgesetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Erarbeitung des Metadatenkonzepts insgesamt zeigte, dass dieser Bereich gro\u00dfe \u00dcbereinstimmungen mit der bibliothekarischen Erschlie\u00dfung aufweist: Die Ansetzung normierter Daten f\u00fcr die Namen, das Erstellung kontrollierter Vokabulare und das Erkennen von gemeinsamen Strukturen innerhalb der Daten sind aus der Formal- und Sacherschlie\u00dfung sowie der Ansetzung von Normdaten in Wissenschaftlichen Bibliotheken zu finden \u2013 auch wenn die Auszeichnungssprachen f\u00fcr das TWKM-Projekt in Wissenschaftlichen Universalbibliotheken vermutlich kaum eine Rolle spielen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Blick \u00fcber den Tellerrand lohnt sich auch f\u00fcr Bibliothekare, da sie durch ihre Expertise Forschungsvorhaben aus dem Bereich der sogenannten Digital Humanities sinnvoll unterst\u00fctzen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/petra-maier\/\">Autorenprofil<\/a><\/p>\n<p>Publikation:<br \/>\nPetra Maier: &#8222;<a href=\"http:\/\/resolver.sub.uni-goettingen.de\/purl\/?dariah-2015-1\">Die Erstellung eines TEI-Metadatenschemas f\u00fcr die Auszeichnung von Texten des Klassischen Maya<\/a>&#8220; DARIAH-DE Working Papers Nr. 8. G\u00f6ttingen: DARIAH-DE, 2015 URN: <a href=\"http:\/\/nbn-resolving.de\/urn:nbn:de:gbv:7-dariah-2015-1-6\">http:\/\/nbn-resolving.de\/urn:nbn:de:gbv:7-dariah-2015-1-6<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Petra Maier Das Projekt \u201aTextdatenbank und W\u00f6rterbuch des Klassischen Maya\u2018 (TWKM) will alle \u00fcberlieferten Inschriftentr\u00e4ger des Klassischen Maya, d. h. aus der Zeit vor der Eroberung durch die Spanier um 1500 n. 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