{"id":1700,"date":"2022-11-24T10:59:47","date_gmt":"2022-11-24T10:59:47","guid":{"rendered":"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/?p=1700"},"modified":"2022-11-24T11:13:30","modified_gmt":"2022-11-24T11:13:30","slug":"rekonstruktion-der-alten-koelner-studentenbuecherei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/rekonstruktion-der-alten-koelner-studentenbuecherei\/","title":{"rendered":"Rekonstruktion der alten K\u00f6lner Studentenb\u00fccherei"},"content":{"rendered":"<p><strong>von Arne Schiffler<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Teasergraphik-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1701\" src=\"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Teasergraphik-1-300x139.png\" alt=\"\" width=\"466\" height=\"216\" srcset=\"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Teasergraphik-1-300x139.png 300w, https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Teasergraphik-1-1024x474.png 1024w, https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Teasergraphik-1-768x356.png 768w, https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Teasergraphik-1.png 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 466px) 100vw, 466px\" \/><\/a><em>Abb. 1: Universit\u00e4tsgeb\u00e4ude K\u00f6ln mit Studentenb\u00fccherei (Quelle: Arne Schiffler)<a href=\"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Teasergraphik-1.png\">\u00a0<\/a><\/em><\/p>\n<p><strong>Als traditionsreiche Institution beherbergt die Universit\u00e4ts- und Stadtbibliothek K\u00f6ln (USB) eine Vielzahl geschichtstr\u00e4chtiger B\u00fcchersch\u00e4tze. Gleichzeitig ist der historische Bestand der Bibliothek noch lange nicht vollst\u00e4ndig erschlossen. Daher kommt es immer wieder dazu, dass unentdeckte Rarit\u00e4ten oder sogar ganze bislang unbekannte Sammlungen in den Magazinen entdeckt werden. Einer solchen Sammlung wurde in diesem Projekt nachgesp\u00fcrt. Der bis dato verschollenen K\u00f6lner Studentenb\u00fccherei der Zwischenkriegszeit.<\/strong><!--more--><\/p>\n<h1>Der Fund<\/h1>\n<p>Im Winter des Jahres 2021 wurden im Hauptmagazin der USB zuf\u00e4llig mehrere B\u00e4nde mit Besitzstempeln des Allgemeinen Studenten Ausschusses K\u00f6ln (AStA) gefunden. Zudem enthielten alle B\u00e4nde eine mit Bleistift eingetragene Zugangsnummer, die, gem\u00e4\u00df der g\u00e4ngigen Codierung, die Erwerbung im Jahr 1940 als gemeinsames Konvolut belegt. Alle B\u00e4nde waren in die regul\u00e4re Bibliothekssystematik eingearbeitet.<\/p>\n<p>Wie kamen diese B\u00e4nde in den Besitz der USB? Was war ihre Geschichte? Und waren die gefundenen B\u00e4nde Einzelf\u00e4lle oder steckt eine gr\u00f6\u00dfere, bislang nicht erfasste Sammlung dahinter?<\/p>\n<h1>Die Recherche<\/h1>\n<p>Die Besch\u00e4ftigung mit der Geschichte des K\u00f6lner AStA ergab, dass dieser sich bereits seit 1920 nur noch K\u00f6lner Studentenschaft nannte und zudem 1927 auf Grund v\u00f6lkischer und antidemokratischer Positionierung durch das preu\u00dfische Innenministerium aufgel\u00f6st worden war. Wie konnten B\u00fccher dieser schon Jahre vorher aufgel\u00f6sten Institution 1940 in die USB gelangen? Um diese Frage zu beantworten, musste zun\u00e4chst die Frage gekl\u00e4rt werden, warum der AStA \u00fcberhaupt B\u00fccher mit seinem Stempel versehen hatte.<\/p>\n<p>Diese Frage f\u00fchrt zu einer besonderen Einrichtung an der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln, der K\u00f6lner Studentenb\u00fccherei. Diese wurde 1920 unter der Schirmherrschaft des K\u00f6lner Oberb\u00fcrgermeisters Dr. Konrad Adenauer ins Leben gerufen. Inspiriert von britischen College Libraries sollte es den Studierenden erm\u00f6glicht werden, in der intimen Atmosph\u00e4re privater Clubr\u00e4ume ihren geistigen Horizont \u00fcber die eigenen Fachdisziplinen hinaus zu erweitern. Der Literaturbestand sollte daher nicht nur der Unterhaltung dienen, sondern es den Nutzerinnen und Nutzern der Studentenb\u00fcchereien erm\u00f6glichen, sich im gesamten geistigen Leben ihrer Zeit orientieren und gesellschaftliche Diskurse kritisch zu begleiten.<\/p>\n<p>Das besondere an der Studentenb\u00fccherei war zudem, dass sie von den Studierenden selbstverwaltet betrieben wurde und \u00fcber mehrere Jahre eine Einrichtung des AStA war.<\/p>\n<p>Den endg\u00fcltigen Beweis f\u00fcr die Herkunft der Funde aus dieser Studentenb\u00fccherei lieferten B\u00fccherfunde, die eigene Stempel der Studentenb\u00fccherei, aber auch die identische Zugangsnummer zu den AStA-B\u00fcchern besa\u00dfen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Abb.1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1702\" src=\"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Abb.1-300x152.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"152\" srcset=\"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Abb.1-300x152.jpg 300w, https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/Abb.1.jpg 389w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><em>Abb. 2: Stempel der UB K\u00f6ln und durchgestrichener Stempel der K\u00f6lner Studentenb\u00fccherei<\/em><\/p>\n<p>Die Archivrecherche zur Studentenb\u00fccherei ergab, dass diese zu Beginn des Zweiten Weltkriegs noch \u00fcber einen Bestand von 8.000 B\u00e4nden verf\u00fcgt hatte, nach dem Krieg jedoch nur ein Viertel davon noch vorhanden war. War es m\u00f6glich, dass zumindest ein Teil des Bestandes in der USB gelandet war?<\/p>\n<h1>Die Verzeichnung des Bestandes<\/h1>\n<p>Die Auswertung eines B\u00fccherverzeichnisses von 1930 und diverser in verschiedenen Archiven erhaltener Erwerbungslisten der Studentenb\u00fccherei erm\u00f6glichte es, einen Gro\u00dfteil des urspr\u00fcnglichen Bestandes zu rekonstruieren. Ein Abgleich mit dem Bestand der USB und die Autopsie der \u00fcbereinstimmenden B\u00fccher ergab mehrere hundert eindeutig der Studentenb\u00fccherei zuzuordnende Exemplare.<\/p>\n<p>Die Katalogaufnahmen aller bisherigen Treffer wurden mit Hinweisen auf ihre Provenienz versehen. Zudem verlinken sie auf ein neuerstelltes Onlineportal zur Studentenb\u00fccherei. Dort werden interessierte Bibliotheksnutzer \u00fcber die Geschichte der Studentenb\u00fccherei und ihren Bestand in der USB informiert. Au\u00dferdem ist es m\u00f6glich, \u00fcber eine Suchfunktion den Bestand der Studentenb\u00fccherei zu durchforsten und zumindest virtuell wieder zum Leben zu erwecken.<\/p>\n<p>Die vorhandenen Unterlagen zur Studentenb\u00fccherei decken allerdings nicht die gesamte Erwerbungsgeschichte der B\u00fccherei ab, weswegen sich auch weiterhin unentdeckte B\u00e4nde in den USB-Magazinen verstecken werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Arne Schiffler Abb. 1: Universit\u00e4tsgeb\u00e4ude K\u00f6ln mit Studentenb\u00fccherei (Quelle: Arne Schiffler)\u00a0 Als traditionsreiche Institution beherbergt die Universit\u00e4ts- und Stadtbibliothek K\u00f6ln (USB) eine Vielzahl geschichtstr\u00e4chtiger B\u00fcchersch\u00e4tze. Gleichzeitig ist der historische Bestand der Bibliothek noch lange nicht vollst\u00e4ndig erschlossen. Daher kommt es immer wieder dazu, dass unentdeckte Rarit\u00e4ten oder sogar ganze bislang unbekannte Sammlungen in den Magazinen entdeckt werden. Einer solchen Sammlung wurde in diesem Projekt nachgesp\u00fcrt. 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