{"id":1533,"date":"2022-04-14T11:03:10","date_gmt":"2022-04-14T11:03:10","guid":{"rendered":"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/?p=1533"},"modified":"2022-04-14T11:03:10","modified_gmt":"2022-04-14T11:03:10","slug":"retrokatalogisierung-und-provenienzforschung-an-der-wrede-sammlung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/retrokatalogisierung-und-provenienzforschung-an-der-wrede-sammlung\/","title":{"rendered":"Retrokatalogisierung und Provenienzforschung an der Wrede-Sammlung"},"content":{"rendered":"<p><strong>von Katja Burghaus<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_1547\" aria-describedby=\"caption-attachment-1547\" style=\"width: 801px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Abbildung-1-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-1547\" src=\"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Abbildung-1-3-300x176.jpg\" alt=\"\" width=\"801\" height=\"470\" srcset=\"https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Abbildung-1-3-300x176.jpg 300w, https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Abbildung-1-3-768x450.jpg 768w, https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Abbildung-1-3-619x362.jpg 619w, https:\/\/malisprojekte.web.th-koeln.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Abbildung-1-3.jpg 1011w\" sizes=\"auto, (max-width: 801px) 100vw, 801px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1547\" class=\"wp-caption-text\">Abbildung 1: Antiquarische Titel der Wrede-Sammlung (Quelle: Katja Burghaus)<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem die sog. Wrede-Bibliothek des Klassischen Arch\u00e4ologen Walther Wrede (1893-1990) im Jahre 1989 von der Arch\u00e4ologischen Bibliothek gekauft und ins Bibliotheksmagazin verbracht wurde, geriet sie viele Jahrzehnte in Vergessenheit. K\u00fcrzlich wurde die Sammlung, die einen Bestand von 90 B\u00fcchern umfasste, in ein anderes Magazin verbracht und in diesem Zuge auf ihren Erhaltungszustand \u00fcberpr\u00fcft. Dabei stellte sich heraus, dass einige B\u00fccher bereits nicht mehr auffindbar und keine der Titeldaten in den OPAC der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum eingepflegt worden waren. Somit besa\u00dfen die Antiquaria keinen Nutzen, da sie f\u00fcr die Bibliotheksbenutzer*innen nicht auffindbar und damit nicht zug\u00e4nglich waren.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Rahmen des MALIS-Praxisprojektes wurden die Antiquaria zum ersten Mal untersucht und retrokatalogisiert, um sie f\u00fcr die Fachcommunity sowie f\u00fcr andere Interessente benutzbar zu machen. Die Retrokatalogisierung der Antiquaria wurde deshalb nach gegenw\u00e4rtigem RDA- Standard mit der Bibliothekssoftware Aleph und Sisis durchgef\u00fchrt und im Projektbericht detailliert beschrieben.<\/p>\n<p>Da die Sammlerperson Walther Wrede in der Zeit des Nationalsozialismus ein hochrangiges Parteimitglied der NSDAP war und er seine Position zu rechtswidrigen B\u00fccherk\u00e4ufen h\u00e4tte missbrauchen k\u00f6nnen, bestand die M\u00f6glichkeit, dass die Sammlung oder zumindest Teile davon, unter den Terminus des NS-Raubgutes fallen k\u00f6nnten. Aus diesem Grund wurden die Antiquaria auf Provenienzmerkmale untersucht, um Hinweisen zur Herkunft der B\u00fccher nachgehen und den Raubgutverdacht entweder erh\u00e4rten oder entkr\u00e4ften zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>An drei beispielhaft ausgew\u00e4hlten Antiquaria mit relevanten Provenienzmerkmalen wurden die Recherchen angewandt. Bei einem Buch k\u00f6nnte es sich m\u00f6glicherweise um Raubgut aus der Sowjetischen Besatzungszeit in der DDR handeln, das aus dem urspr\u00fcnglichen Bestand einer Bibliothek herausgel\u00f6st und an andere \u00f6ffentliche Einrichtungen weitergegeben wurde \u2013 die infrage kommenden Einrichtungen konnten bislang nicht in allem Umfang eruiert werden. In den n\u00e4chsten Schritten soll untersucht werden, ob sich der Verdacht des Raubgutes aus der Sowjetischen Besatzungszeit best\u00e4tigen l\u00e4sst oder ob es andere Gr\u00fcnde f\u00fcr die Aufl\u00f6sung des Bestandes der betreffenden Bibliothek gab.<\/p>\n<p>Eine Untersuchung der Aktivit\u00e4ten Wredes in der Zeit des Nationalsozialismus sowie die Recherchen der Provenienzmerkmale lieferten das vorl\u00e4ufige Ergebnis, das Walther Wrede kein rechtswidriges Verhalten nachgewiesen werden konnte und es sich bei den Antiquaria der Wrede-Sammlung offensichtlich nicht um NS-Raubgut handelt. Dieses Ergebnis kann jedoch nur als Zwischenstand fungieren, da es nicht alle sich ergebenen Fragen beantwortet, denn zahlreiche Hinweise m\u00fcssen n\u00e4her gepr\u00fcft sowie in Bibliotheken und in Archiven vor Ort untersucht werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Projektzeitraum: April 2021 bis August 2021<br \/>\nProjektbetreuer*in: Prof. Dr. Simone F\u00fchles-Ubach<br \/>\nKontakt: katja.burghaus@rub.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Katja Burghaus Nachdem die sog. Wrede-Bibliothek des Klassischen Arch\u00e4ologen Walther Wrede (1893-1990) im Jahre 1989 von der Arch\u00e4ologischen Bibliothek gekauft und ins Bibliotheksmagazin verbracht wurde, geriet sie viele Jahrzehnte in Vergessenheit. K\u00fcrzlich wurde die Sammlung, die einen Bestand von 90 B\u00fcchern umfasste, in ein anderes Magazin verbracht und in diesem Zuge auf ihren Erhaltungszustand \u00fcberpr\u00fcft. 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